Le Royal Hotels & Resorts
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Der Mann mit den goldenen Schlüsseln
24.9.2010

Wiebke Trapp (Text), Didier Sylvestre (Fotos)
Für den Beruf des Concierge in einem Hotel braucht man Geistesgegenwärtigkeit und eine Geisteshaltung. Wer nicht „dienen” will, ist dort falsch aufgehoben. Simon Delcomminette ist Chef- Concierge im „Hotel Royal ” − und das schon seit 24 Jahren. LUXEMBURG - Der Mann ist eine selbstbewusste, aber unaufdringliche Erscheinung.
Während andere Menschen in Uniform oft den Eindruck erwecken, man hätte sie da hineingesteckt, fuüllt Simon Delcomminette die seinige aus. Groβ gewachsen schwebt er in seinem langen, schwarzen, frackähnlichen Mantel mit den goldenen Knöpfen durch die Lounge des „Royal”.
Er trägt die Uniform voller Stolz, in dem Bewusstsein, am richtigen Platz im Leben zu sein. Darunter trägt er hellgraue Weste, weiβes Hemd und die grauschwarz gestreifte Hose. Das ist seine Dienstuniform. Etwas anderes zu machen als das, was er jetzt macht, kann er sich nicht vorstellen.
Für ein paar Monate hat er sich vor vielen Jahren nach Abschluss der Handels- und Konsulatsschule in einer Firma versucht. Er musste Angebote erstellen. Das lag ihm nicht. Im Fernsehen lief die Serie „Hotel” um das Luxushotel „St. Gregory” in San Francisco. Das brachte Delcomminette auf den Geschmack.
Seine Eltern haben sich damals königlichamuüsiert. Der Belgier kommt aus einem Diplomatenhaushalt, wo immer fuür alles gesorgt war. Und jetzt will der Sohn Concierge werden. „Fuür mich war es dierichtige Entscheidung”, sagt er.
Delcomminette spricht sieben Sprachen. Die braucht er auch, um die Extra-Wuünsche seiner Gäste zu erfuüllen, denn im„Royal” steigt nicht irgendjemand ab. Hildegard Knef wollte viele Spiegel und Lampen im Zimmer. Ein anderer Gast bestellte abends um elf fuür den nächsten Morgen um neun Uhr 1.000 rote Rosen. Frankreichs Ex-Staatspräsident Giscard d´Estaing wollte sich mit tief ins Gesicht gezogener Kappe und Schal bis unter die Nase unerkannt durch Luxemburg bewegen und Woody Allen hatte seinen Koffer zwischen Genf und Luxemburg verloren.

In seinem Job istjeder Tag anders
Fuür Star-Tenor Luciano Pavarotti musste die Couch in der Royal- Suite um 20 Zentimeter Sitzhöhe angehoben werden. Kollege José Carreras dagegen bestellte gleich nach der Ankunft im Hotel Spaghetti „Nr. 2”, exakt 300 Gramm, vier Minuten gekocht, ohne Salz. Diese Sänger essen vor dem Konzert ganz leicht”, sagt der Chef-Concierge, der sich uüber nichts wundert, sondern professionell handelt. „In meinem Beruf muss man die Leute verstehen”, sagt er, „man will sie ja gluücklich machen”. Die meiste Zeit ist er mit fuür diesen Übernachtungsstandard vergleichsweise „normalen” Dingen beschäftigt.
Er fahndet gerade nach einem Blackberry, den ein Gast im Taxi vergessen hat. Vergleichsweise „normal ” ist auch, dass Gäste die Fahrt zwischen Flughafen und Hotel in einer Stretchlimousine zuruücklegen wollen. Eine Kutsche gehört in den Bereich „ausgefallen ”, das hat er aber auch schon geregelt.
Delcomminette ist zu Diensten und schweigt. Er weiβ, dass er manchmal die Gäste besser kennt als sonst irgendjemand. Kein Wunsch, der ihm nicht Befehl ist. Wirklich kein Wunsch, den er ausschlägt? Doch. Illegale oder amoralische Wünsche liegen auβerhalb seines Zuständigkeitsbereichs. In seinem Job ist jeder Tag anders.
Alle geht er mit guter Laune, einer gesunden Spuürnase und mit Sinn für Situationskomik an Delcomminette kann Menschen zum Lachen bringen mit einem ihm eigenen trockenen Humor. „Ich esse gern, das sieht man doch”, kokettiert er und streicht fast unmerklich uüber seinen Bauch. Auch da ist er in seinem Element. „Ich schicke meine Gäste nicht in Restaurants, in denen ich nicht selbst gegessen habe”, sagt er. Was in der Stadt läuft, weiβ er sowieso. Auch das gehört zum Job. Und er weiβ nach dieser langen Zeit, wem er welche Sehenswuürdigkeit empfiehlt. „Einen Kunstkenner schicke ich nicht ins Nationalmuseum, dem empfehle ich das Mudam&brquo;, sagt der in den langen Jahren zu einem ausgezeichneten Menschenkenner avancierte Concierge.

Er trägt die Schluüssel voller Stolz
An seinem Revers stecken rechts und links Anstecker mit goldenen Schluüsseln. Simon Delcomminette ist der Präsident der „Clés d´or”-Sektion Luxemburg. Die „Goldenen Schluüssel” sind der einzige Berufsverband der Hotelportiers mit 40 Mitgliedsverbänden auf der ganzen Welt.
Der Organisation beizutreten ist nicht einfach. Drei Jahre Berufserfahrung, mindestens zwei Sprachen und zwei Kollegen, die Pate stehen, sind die Voraussetzungen. Delcomminette trägt die Schlüssel voller Stolz.
Sie stehen nicht nur fur die Mitgliedschaft sondern fuür „herausragenden, kompetenten und diskreten Service in der Grande Hotellerie”, wie die Webseite des Berufsverbands der Portiers angibt. Dem Chef-Concierge des „Le Royal”stehen sie gut.
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